Unsere Produktion 2007:



Der Klassiker der Antikriegskomödie

Ein paar Stichpunkte zu unserer „Lysistrata“

 

Der Krieg

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“, behauptete einst der weise Herodot. Heißt das, dass Krieg unvermeidlich, notwendig, einfach menschlich ist? Und: Warum heißt es dann „Vater“, nicht „Mutter“? Krieg als Männersache also, oder umgekehrt: Ohne Männer kein Krieg?

Aristophanes jedenfalls, der Dichter der „Lysistrata“, warf seinen Athenern dies offenbar vor, wenn er sie durch den Sexstreik ihrer Ehefrauen zum „Make love not war“ bekehren ließ. Freilich: Der reale Krieg, der zwischen Athen und Sparta, dauerte zur Entstehungszeit des Stückes schon 20 Jahre an – Grund genug für Häme. Und er sollte noch weitere sieben Jahre dauern und mit dem Ausbluten beider Stadtstaaten enden.

Der Krieg als „Vater aller Dinge“? Sicher nicht!

Auch Heraklit meinte übrigens wohl gar nicht den militärischen Krieg, mehr ein allgemeines Prinzip des Gegensatzes, der Antithetik. Und wo fände, so gesehen, der Satz eine bessere Veranschaulichung als im ewigen „Krieg“ der Geschlechter?

Der Chor

Eigentlich ist der Chor der Ursprung des europäischen Theaters: Aus dem Chorführer, der bei den Dionysosfeiern in Athen eine Art Dialog mit dem Chor führt, entstand der Schauspieler - einige Jahrzehnte später agierten mehrere Schauspieler, während der Chor gleichsam als „Sprachrohr der öffentlichen Meinung“ die Handlung kommentiert. Aristophanes allerdings verwendet in seinen Komödien den Chor auch als Handlungselement: Die beiden Chöre, der der alten Männer und der der alten Weiber, streiten nicht nur lauthals miteinander, sondern greifen auch die Akropolis an bzw. werfen die Angreifer zurück.

In unserer Fassung haben wir die Chorszenen gestrichen; ihre Funktion wird durch ein anderes Handlungselement übernommen. Die oft sehr derben Reden und Aktionen der Greise und Greisinnen hätten auf den heutigen Zuschauer eine andere Wirkung, als Aristophanes sie wohl beabsichtigte.

Wundern Sie sich also nicht, wenn in unserem Stück Szenen vorkommen, die scheinbar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Auch sie sind eine Art Kommentar und Reflexion; zudem sollen sie das Stück aus seinem historischen Kontext lösen, seine zeitlose Gültigkeit unterstreichen. Deshalb kennen wir auch keine Skrupel, die beiden Figuren ER und SIE mitunter in die Handlung zu integrieren, ohne dass sich die Athener davon sonderlich verwirren ließen.

Der Vers

Wir haben in unserer Textfassung die klassische Übersetzung von Donner (1862) mitverwendet und auch die neuge­schriebenen Textpassagen in Versen formuliert, und zwar in Jamben mit flexibler Hebungszahl.

Die Sitzordnung

im Theater soll dem Stück angemessen sein: Daher sitzen Frauen und Männer in getrennten Sitzreihen.






DIE MITWIRKENDEN:

LYSISTRATA Stephanie Kohl
KALONIKE Romina Heinrich
MYRRHINE Julia Herz
LAMPITO Dina Eixler
XANTIA Sabine Lauterbach
ISMENIA Eva-Maria Kraus
SIE Nora Albrecht
ER Frederic Bonnet
Strydomores Anselm Dannecker
Drakes Hannes Hofmann
RATSHERR Anselm Dannecker
Ratsherr 2 Frederic Bonnet
Ratsherr 3 Hannes Hofmann
Athenerin 1 Dina Eixler
Athenerin 2 Eva-Maria Kraus
Athenerin 3 Sabine Lauterbach
KINESIAS Hannes Hofmann
Babystimme Romina Heinrich
Spartaner 1 Sabine Lauterbach
Spartaner 2

Eva-Maria Krause

Souffleusen: Vanessa Heydasch & Trang Nguyen
Kostüme: Dina Eixler & der Kurs
mit Hilfe der "Villa Kunterbunt", Bindlach
Regie, Bühnenbild, Requisiten,
Schminke, Licht:
der Kurs
Hilfe bei den Requisiten: Thomas Schöffel
Leitung: Elmar Hofmann


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